Aktuelle Meldung
27.01.2012
Grüne Woche 2012: Ministerpräsident Platzeck würdigt den Erfolg von Teltow beim Wettbewerb Entente Florale

Gemeinsamer Bühnenauftritt in der Blumenhalle am Brandenburg-Tag (EFD) Mit einem Auftritt in der schönen Blumenhalle der IGW konnte Teltow einen ...
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25.01.2012
Entente Florale startet mit 16 Teilnehmern in eine spannendes Wettbewerbsjahr 2012

Ob Gemeinde, Klein- bis Großstadt oder auch Stadtteil – sie werden alle ihre Bemühungen für mehr Grün und Lebensqualität unter Beweis stellen. (EFD) ...
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25.01.2012
Eine Ära ist zu Ende - Erwin Beyer nicht mehr Vorsitzender des Komitees Entente Florale Deutschland

Franz-J. Jäger folgt ihm im Amt (EFD) – Eine Ära ist bei der letzten Sitzung des Komitees Entente Florale Deutschland zu Ende gegangen. ...
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06.12.2011
Vorankündigung zur IPM

Symposium von Entente Florale: GO GREEN! Die neue grüne Stadtbewegung. Entente Florale wirbt als bundesweiter Wettbewerb für mehr Grün und ...
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17.11.2011
„Jahrbuch Grün in Städten 2011“ erschienen

Grün in unseren Städten hat viele Facetten und Funktionen: Es bricht harte Baustrukturen, gliedert Räume und macht Straßen, Plätze und Parks farbig ...
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Beispiele und Berichte:
Stadt Ludwigshafen auf einen Blick
- Teilnehmer am Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“ im Jahr 2002 und im Jahr 2003
- Ergebnis: Silbermedaille und Goldmedaille
- Bundesland: Rheinland-Pfalz
- Einwohnerzahl: 165.000
- Gesamtfläche: 7.767 ha
Redebeitrag von Susanne Ziegler zur Tagung in Erfurt am 12.11.2003
Ludwigshafen hat in 2002 erstmals am bundesdeutschen Wettbewerb „Unsere Stadt blüht auf" als eine von 17 Städten erfolgreich teilgenommen.
Bevor ich über den Verlauf und die Erfahrungen während der Projektzeit berichte, möchte ich Ihnen kurz die Stadt Ludwigshafen vorstellen, damit Sie einen Einblick erhalten von der Wichtigkeit von Grünprojekten für diese Stadt.
Historie
Die Landschaft in und um Ludwigshafen ist stark durch den Rhein und seine ehemaligen
Terrassen und Mäander geprägt. Nur die hochwasserfreien Standorte konnten bis Mitte des
19. Jahrhunderts besiedelt werden. Um 1860 befanden sich im heutigen Stadtgebiet nur 82 ha Waldfläche, überwiegend
im unmittelbaren
Überflutungsbereich des Rheines. Ein Großteil des Stadtgebietes wurde als Äcker und
Wiesen genutzt. Erst die Rheinbegradigung und die Verbesserung der Hochwasserdämme und die gezielte
Entwässerung machten eine Besiedlung der Aue möglich. Nur die tiefliegendsten und nassen
Bereiche der Stadt wurden von der Besiedlung verschont (heute: Parkanlagen und Rückzugsgebiete
für die Pflanzen -und Tierwelt).
Die Industrialisierung begann im 19. Jahrhundert mit Bau der Hafenanlagen und des Bahnhofes. Diese
günstige Verkehrslage führte zur Errichtung der chemischen Fabrik der Gebrüder Giulini
1851/1852 und zur Verlegung der BASF in 1865 von Mannheim nach Ludwigshafen.
Ab Ansiedlung der BASF AG folgte eine sprunghafte Bevölkerungsentwicklung und es entwickelten
sich Siedlungen entlang des Rheinufers und um die alten eingemeindeten Ortskerne.
Das Jahr 1853 gilt mit der Gemeinderatswahl als Geburtsstunde der Gemeinde Ludwigshafen. Im diesem
Jahr begehen wir unser 150. Jubiläum.
Bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurden 60 v.H. der Innenstadt und der Industrieanlagen zerstört.
Der Wiederaufbau erfolgte aus heutiger Sicht nicht gewinnbringend für die Stadt. Bevölkerungsverschiebungen
in das Umland verursachten Kaufkraftverluste. Zu befriedigen war damals in kurzer Zeit das Grundbedürfnis
nach Wohnbau. In Ludwigshafen gibt es die in allen Großstädten existierende Stadt-Umlandproblematik.
Zur Aufwertung der Stadt wurden die Fußgängerzonen geschaffen. In den 50er Jahren wurde
der Winterhafen zugeschüttet und überbaut, die entstandene Rheinuferstr. und der Containerhafen
trennten die Stadt vom Fluss.
Der Philosoph Ernst Bloch, einer der Söhne der Stadt sprach von einer "tristen Industriestadt".
Ausgangslage
Gemeinsam mit Mannheim und Heidelberg bildet Ludwigshafen den Kern des Rhein-Neckar-Dreiecks, einer
der wichtigsten deutschen und europäischen Wirtschaftsregionen. Hier leben etwas mehr als 2,3
Mio. Einwohner.
Die Stadt befindet sich nach dem Stellenrückgang bei den traditionellen Großbetrieben in
einem tiefgreifenden Strukturwandel, der sich durch eine höhere Arbeitslosenquote( 9,9% bezogen
auf alle Erwerbspersonen; Stand: September 2003) im Vergleich Stadtgebiet/Umland zeigt.
Die Gewerbesteuereinnahmen sind drastisch zurückgegangen. Mit ihrem wirtschaftlich dominierten
Image ist verbunden, dass die Stadt im Vergleich zu Mannheim und Heidelberg sowohl im Stadtbild als
auch hinsichtlich der Umweltfaktoren unter Problemen leidet, die sich nur allmählich abbauen
lassen.
Ludwigshafen= BASF, der Duft des Chemiestandortes erschwert die Vorstellung hier leben zu können
und sich wohl zu fühlen. Besucher wählen als Reise- und Übernachtungsziel eher die
Schwesterstadt Mannheim. Die Übernachtungen waren in den letzten Jahren rückläufig.
Grünstruktur
Die Stadt verfügt über ein großflächiges Grünsystem von Parks, Sport und Freizeiteinrichtungen, Kleingärten aber auch extensiven Wald- und Biotopflächen, 271 ha Stadtwald, 131 ha Straßenbegleitgrün und 106 ha Dauerkleingartenanlagen. Insgesamt steht der Bevölkerung bei einer Gesamtfläche von 7800 ha zurzeit 15 % der Stadtfläche zur verschiedenen Nutzung wie Freizeit, Erholung oder zum Naturerleben zur Verfügung. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzsituation ist es eine schwierige Aufgabe das Grün zu erhalten und zu pflegen ohne Einbindung und Engagement von Bürgerinnen und Bürgern z.B. durch die Übernahme von Patenschaften für Bäume, Beete, Straßenbegleitgrün, Biotope etc.
Zieldefinition mit dem Projekt "Entente Florale - Unsere Stadt blüht auf"
- Die Stadt mit "Grün" zu gestalten, den Wohn- und Lebenswert zu erhöhen
- Eine nachhaltige Stadtentwicklung im Sinne der Lokalen Agenda zu erreichen
- Die Innenstadt mit Handel, Gewerbe und Dienstleistungsanbietern zu beleben
- Das Engagement der Bürger- und Bürgergruppen zu fördern
- Das Image der Stadt zu verbessern und den Tourismus zu erhöhen
Zielerreichung und Etappensieg in 2002
Zunächst wurde verwaltungsintern ein Arbeitskreis gegründet, der sich aus Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern der Sparte Grünflächen und Friedhöfe, der Sparte Stadtentwicklung
und Wirtschaftsförderung sowie der Sparte Kommunikation und Marketing zusammensetzte. Gäste
waren dabei u.a. der Vorsitzende des Grünen Kreises (gemeinnütziger Verein mit dem Ziel
der Mehrung des öffentlichen Grüns in der Stadt) sowie der Präsident des Landesgartenbauverbands
Rheinland Pfalz.
Die gärtnerischen Betriebe vor Ort wurden informiert und um Mitwirkung auch im Rahmen eines Sponsorings
gebeten. Im Arbeitskreis wurden zielgruppenorientierte Veranstaltungen besprochen um einen möglichst
hohen Verbreitungsgrad zu erreichen.
In den Veranstaltungen wurde der Name des Projekts bekannt gemacht. Durch zahlreiche Blumen- und Baumpflanzungen
wurde die Bevölkerung auf das Projekt aufmerksam gemacht und motiviert im eigenen Bereich umfeldverschönernde
Maßnahmen zu ergreifen oder Patenschaften für Bäume und öffentliche Flächen
zu übernehmen.
Veranstaltungen des Grünen Kreises, wie der traditionelle Geranienmarkt und der Blumenschmuckwettbewerb
wurden für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt.
Die Wettbewerbskommission hat 2002 die folgenden Schwerpunkte beurteilt:
- den öffentlichen Bereich wie zum Beispiel den Stellenwert des Stadtgrüns in Politik und Verwaltung, Planungs- und Rechtsgrundlagen, Förderprogramme, nachhaltige Siedlungsentwicklung, Lokale Agenda 21etc.
- Projekte, Planungen und Konzeptionen des Natur- und Umweltschutzes sowie der Gartenkultur
- den privaten Bereich
Ludwigshafen wurde mit der Silbermedaille ausgezeichnet, da nicht in allen Bereichen die Höchstpunktzahl
erreicht wurde.
Festzustellen war jedoch, dass in 2002 eine "Lawine" ins Rollen" gebracht werden konnte,
die sich im Folgejahr fortgesetzt hat.
Konzeptionelle Unterschiede 2002/ 2003
Die Vorarbeiten konnten bereits im Herbst 2002 erfolgen. Sponsoren wurden gezielt nach Standorten
für eine Bepflanzung ermittelt. Bevorzugt waren nicht einzelne Sponsoren sondern Gruppen. Zum
Beispiel alle Gastronomen oder Anlieger von Plätzen in der Innenstadt oder eines Gewerbegebietes.
Die Wohnungsbaugesellschaften wurden in Einzelgesprächen befragt, wie sie sich konkret in 2003,
dem Jubiläumsjahr präsentieren können.
Eine Vertreterin der Lokalen Agenda 21 hat an den Arbeitsgruppentreffen beratend teilgenommen.
Der Blumenschmuckwettbewerb wurde organisatorisch geändert.
Die Beflaggung wurde in den Stadtteilen und in der Innenstadt erweitert.
"Go for Gold" in 2003
Nachhaltige Aktionen, wie die Einbindung des Einzelhandels, der Hotellerie und Gastronomie durch
das Sponsoring von Blumenkörben für Beleuchtungskörper in der Innenstadt und den Stadtteilen
haben sowohl für den Sommer 2003 wie auch für die Folgejahre markante Farbtupfer geschaffen.
Rings um das Rathaus konnten durch Sponsorengelder Oleander und Geranienkästen gehängt werden.
Der Gastronomieschwerpunkt "Bürgerhof" hat durch gemeinsames Wirken der Gastronomen
eine blühende Aufwertung erhalten.
In den Stadtteilen haben sich das Klinikum der Stadt, das Blutspendezentrum sowie die Wohnungsbaugesellschaften
an der Aktion beteiligt.
An den Autobahneinfahrten und auf öffentlichem Grün wurde das Jubiläumslogo ausgepflanzt.
Auch für Flächen an Industrieanlagen oder in Gewerbegebieten konnten Geldgeber gefunden
werden, die sich bereiterklärt das Umfeld durch Sommerflor zu verschönern.
Einen großen Anteil am Erfolg des Projekts hatte auch die Umstellung des Blumenschmuckwettbewerbs.
Als Anreiz für die Bemühungen der Bürgerinnen und Bürger haben Gärtnereien
im Stadtgebiet Jubiläumskästen zum Festpreis verkauft. Im Mai wurden an einem Tag in Ludwigshafen
zusätzlich in den Stadtteilen weitere Geranienmärkte abgehalten.
In den Vorjahren erfolgte die Auswahl der Objekte aufgrund der Anmeldung durch die Bürgerinnen
und Bürger. In 2003 wurden erstmals Stadtteilkommissionen, ausgehend von den Ortsvorstehern gegründet,
die alle Straßen ihres Stadtteils abgelaufen haben. Die Endauswahl durch den Grünen Kreis
ergab mehr als eine Verdoppelung der Preisträger. Die Bereitschaft der Wohnungsbauunternehmen
ihre Mieter zu motivieren über Veröffentlichungen in den Mieterzeitungen, durch Anbringung
von Blumenkästen an den Objekten wird sich in den Folgejahren weiterhin positiv auswirken.
Zuletzt hat auch die Besichtigung des Grüns in der Industrielandschaft der BASF mit den Ausschlag gegeben, dass Ludwigshafen im Jubiläumsjahr die Goldmedaille erzielt hat. Die Konzeption des Projekts für 2003 hat die Kommission überzeugt. In den überwiegenden Bereichen wurden die Ergebnisse durch Vergabe der Höchstpunktzahl gewürdigt.
Resümee:
Die Erfahrungen waren rundum positiv. Das Projekt hat in kurzer Zeit einen Großteil
der Bevölkerung erreicht. Regelmäßig wurden Zeitungsmeldungen veröffentlicht.
Die Anstrengungen der Vereine, Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft, des Einzelhandels
haben die Stadt erblühen lassen.
In diesem Jahr wurde in Aktionen, wie zum Beispiel die kostenlose Ausgabe der Frühjahrsblumenzwiebel
des Ebertparks und Blumenzwiebelverschenkaktionen bei Großveranstaltungen an die Bevölkerung,
ein Baustein für 2004 gelegt. Durch die Räumung der Osterdekoration des Rathaus-Centers
konnten ebenfalls über 1500 Blumenzwiebeln über Sommer getrocknet werden und wurden in
2 katholischen Kindereinrichtungen inzwischen in die Erde gebracht um im Frühjahr zu blühen.
Die Initiative Ludwigsplatz hat zugesagt, die hanging baskets auch im nächsten Jahr zu bepflanzen.
Die verkauften Oleander wurden von den Gastronomen, Gewerbetreibenden und Klinikum/Blutspendezentrum
inzwischen eingelagert und im April/Mai nächsten Jahres die Innenstadt verschönern.
Die in 2003 gegründete Kongress- und Veranstaltungsgesellschaft wird die Goldmedaille für
die Stadt vermarkten und sich in Kooperation mit dem Grünen Kreis dem Thema Geranienmarkt und
Blumenschmuckwettbewerb widmen.
Internetauftritt der Stadt:
www.ludwigshafen.de
www.ludwigshafen.de/aktuell/die_neuelu/1/chance_fuer_die_stadt/
Weitere Informationen:
Stadtverwaltung / Bereich Stadtentwicklung
Ludwigshafen am Rhein
Tel.: 0621/504-2007
Fotos/Quelle: Stadt Ludwigshafen
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